Außenpolitik
AUßENPOLITIK

11.04.2007

Kommentar des Aussenministeriums Russlands hinsichtlich der Veröffentlichung des Berichts des US-Departements "Unterstützung der Menschenrechte und Demokratie in der Welt von Vereinigten Staaten im Jahre 2006".

Der letzte Bericht des US-Departements über die Unterstützung der Menschenrechte und Demokratie weltweit wurde im Außenministerium Russlands aufmerksam studiert. Die gesamte Stimmung dieses Dokuments und deren Inhalte über Russland lassen uns folgende Schlüsse ziehen.

Erstens: Der Bericht ist sehr politisiert und reflektiert den wirklichen Stand der Dinge nur wenig. Dessen Einschätzungen sind den Einschätzungen im Märzbericht des Staatsdepartements über die Menschenrechtslage weltweit identisch. In den Ländern, die im Fahrwasser der US-Außenpolitik segeln, wird die Rechtsschutzlage positiv beurteilt, und die Länder, die den Schritt nicht halten, werden kritisiert. Der Analyse zugrunde werden subjektive Urteile über den Erfolg der Länder bei der Sicherung der Hoheit des Rechts, der richtigen Führung, der Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit, Legitimität der Wahlen gelegt. Übrigens sind sogar diese nicht eindeutigen Kriterien nur zur "Außengebrauch" bestimmt. Die vielen Probleme mit der Sicherung der Menschenrechte in den USA übergeht der Bericht mit Stillschweigen.

Zweitens: Im Teil des Dokuments, der Russland gewidmet ist, wird eine ganze Reihe von recht einfachen ideologischen Griffen genutzt. Es werden Farben faustdick aufgetragen, Fakten ausgesucht, die die vorher gemachten Schlüsse bestätigen, Begriffe ausgewechselt, Fakten nach eigenem Gutdünken dargelegt und andere Tricks genutzt, um amerikanische Steuerzahler und die Öffentlichkeit zu überzeugen, dass Russland dringender Demokratisierung bedarf. Indem man ihn liest, entsteht der Eindruck, dass praktisch in allen Bereichen des politischen und öffentlichen Lebens Rückgang von demokratischen Normen und Standards zu beobachten ist. Und es könnte noch schlimmer sein, wenn nicht die amerikanische Botschaft in Moskau, die öffentliche Einrichtungen und verschiedene demokratische Initiativen unterstützt. Etwa in diesem Sinne hat das Staatsdepartement früher bei der Vorbereitung der bunten Revolutionen die Atmosphäre angeheizt.

Drittens: Aus dem Bericht folgt, dass die demokratisierende Tätigkeit der Vereinigten Staaten im Ausland mit realen Bemühungen um demokratische Prinzipien und Schutz von internationalen Rechtsschutzstandards sehr wenig zu tun hat. In Wirklichkeit geht es nur um Lobbierung von amerikanischen nationalen Interessen. Die Botschafter und diplomatische Vertreter werden im Bericht aufgefordert, Demokratie a la Washington aufzuzwingen, und zwar nicht nur mit diplomatischen, sondern auch mit politischen, wirtschaftlichen und anderen Mitteln. Die besten, zu denen auch amerikanische Botschafter im Ausland gehören, werden sogar ausgezeichnet. Anders gesagt, im Bericht wird Carte Blanche für die Nutzung der Menschenrechte als Anlass zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten gewährt. Aktive Tätigkeit in diesem Bereich wird sogar begrüßt. Im Bericht werden ausführlich Instrumente beschrieben, die zur Einwirkung eingesetzt werden können. Entsprechend gestimmte NGOs und Medien sollen gefördert, Machteinrichtungen vor Ort "richtig erzogen", Wahlvorbereitung und -durchführung kontrolliert, passende Gesetzgebungsinitiativen lobbiert, breite propagandistische Tätigkeit geführt werden. Natürlich wird diese Arbeit großzügig finanziert.

In diesem Zusammenhang entsteht die Frage, inwieweit solche Tätigkeit, die offizielle Vertreter eines Staates auf dem Territorium eines anderen führen, solchen allgemein anerkannten Prinzipien des Völkerrechts entspricht, wie Achtung der Souveränität der Staaten und Nichteinmischung in ihre inneren Angelegenheiten, sowie den Volkerrechtsnormen, die die Arbeit der diplomatischen Vertretungen regeln. Wird solche Tätigkeit der ausländischen Botschaften auf dem Territorium der Vereinigten Staaten zugelassen?

Russland ist dem sachlichen und konstruktiven Dialog über die Menschenrechte mit allen Ländern offen, auch mit Vereinigten Staaten. Wir sind jedoch überzeugt, dass Ideen der Demokratie und Sicherung der Menschenrechte nicht als Vorhängeschild zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten genutzt werden dürfen, auch nicht über diplomatische Vertretungen der USA im Ausland. Das widerspricht ihrem Status und dem Prinzip der Gegenseitigkeit.

LETZTE AUßENPOLITIK

29.12.2010 - Die wichtigsten außenpolitischen Ereignisse des Jahres 2010

1. Im Jahre 2010 wurde der Transformierungsprozess der internationalen Beziehungen fortgesetzt. Deren Paradigma änderte sich: von einem Konfrontations- und Konfliktparadigma zu einem, das auf...


09.06.2010 - Kommentar der Abteilung für Information und Presse Außenministeriums Russlands zu der am 9. Juni vom UN-Sicherheitsrat angenommenen Iran-Resolution

Am 9. Juni hat der UN-Sicherheitsrat die Resolution Nr. 1929(2010) zu Iran angenommen. Russland hat für die Resolution gestimmt.Alle Maßnahmen, die die Resolution vorsieht, werden laut Artikel 41...


02.09.2008 - Erklärung des Aussenministeriums der Russischen Föderation zur Erfüllung des Planes von Medwedew-Sarkozy, am 1. September 2008, Moskau (Englisch)

In the discussions around the situation in South Ossetia and Abkhazia our Western partners urge full implementation of the six principles agreed by the Presidents of Russia and France in Moscow on...


26.08.2008 - Erklärung des Außenministeriums der Russischen Föderation über die Anerkennung seitens Russischen Föderation die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens, am 26. August 2008

Russland hat die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien im Bewusstsein seiner Verantwortung für das Überleben ihrer Brüdervölker angesichts des aggressiven chauvinistischen Kurses von...


13.08.2008 - Appell des Föderationsrates der Föderalen Versammlung der Russischen Föderation an Parlamente ausländischer Staaten und Völker der Welt über die Situation in Südossetien, Moskau, am 11. August 2008 (Englisch).

The ruling regime of Georgia, with an active support from the outside, unleashed the armed aggression of unprecedented cruelty and brutality against people of South Ossetia. As a result of this act...


15.02.2007 - Die Außenpolitik

Um Russland eine stabile und gefahrlose Entwicklung zu ermöglichen, ist die Außenpolitik des Landes darauf gerichtet, günstige äußere Bedingungen herbeizuführen und die internationalen...




Archiv von Außenpolitik