Außenpolitik
AUßENPOLITIK

15.02.2007

Die Außenpolitik

Um Russland eine stabile und gefahrlose Entwicklung zu ermöglichen, ist die Außenpolitik des Landes darauf gerichtet, günstige äußere Bedingungen herbeizuführen und die internationalen Beziehungen zu festigen. Diese Aufgaben finden ihren Niederschlag in der Konzeption der Außenpolitik der Russischen Föderation, die der russische Präsident 2000 bestätigte, und ergeben sich aus der Konzeption zur nationalen Sicherheit der Föderation. Die Rede vom Präsidenten W.Putin in der Sicherheitskonferenz in Münich am 10. Februar 2007 bestätigte diese Richtungen.

Das Fundament der Außenpolitik des Landes sind seine Verfassung und die föderalen Gesetze. Einen festen Bestandteil des Rechtssystems von Russland bilden die Volkerrechtsnormen und die durch die Russische Föderation geschlossenen internationalen Verträge.

Die Grundrichtungen der Außenpolitik werden in Übereinstimmung mit der Verfassung vom Präsidenten der Russischen Föderation festgelegt, der das Land auf internationaler Ebene vertritt.

Die Ausarbeitung und Realisierung der Außenpolitik obliegt dem Außenministerium, das gemäß einem Erlass des Präsidenten auch die koordinierenden Funktionen auf diesem Gebiet auszuüben hat.

In den letzten Jahren ist die Außenpolitik Russlands flexibler und diversifizierter geworden, was es ermöglicht, Konfrontationen zu vermeiden, gemeinsame Interessen festzustellen und für alle jeweils beteiligten Länder nützliche Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig wirkt Russlands Außenpolitik aggressiven Plänen und Handlungen, die die internationale Stabilität und Zusammenarbeit stören, sowie dem internationalen Terrorismus, religiösen Extremismus und nationalen Separatismus entgegen.

Dieser Kurs findet bei der Öffentlichkeit breite Unterstützung. Alle Subjekte der Russischen Föderation sowie die verschiedenen politischen Kräfte des Landes haben die Möglichkeit, besagten Kurs mitzuformen.

Russland begrüßt die Tatsache, dass die ehemalige Bipolarität und die damit verbundene globale Konfrontation durch die Partnerschaft und breite Zusammenarbeit der Staaten im Interesse des Friedens, der Sicherheit und nachhaltigen Entwicklung abgelöst worden sind.

Zu diesen Tendenzen trägt der Kurs der Russischen Föderation auf die Verhinderung einer nuklearen und jeder militärischen Konfrontation in den internationalen Beziehungen bei. So ratifizierten die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten von Amerika 2003 den Vertrag über die Reduzierung der strategischen Offensivpotenziale.Konsequent tut Russland alles Mögliche, um die internationale Zusammenarbeit sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Grundlage zu festigen.

Russland hat von der UdSSR ein breites Spektrum von Pflichten und Vorrechten im internationalen Leben geerbt, vor allem den Status eines ständigen Mitglieds des UN-Sicherheitsrates, und war unter den komplizierten Bedingungen der inneren Reformen bestrebt, seiner Rolle bei der Gewährleistung der internationalen Sicherheit nicht weniger als früher gerecht zu werden.

Seine demokratischen Umgestaltungen tragen zum Erfolg bei der Erreichung des Niveaus der entwickelten Industriemächte der Welt bei, zu denen die Russische Föderation im Bestand der "Gruppe der Acht" vielseitige und für alle Seiten zum Nutzen gereichende Beziehungen unterhält.

Dieser Prozess verfolgt seinerseits das Ziel, die Lösung globaler Probleme - die Angleichung der Entwicklungsniveaus aller Mitglieder der Weltgemeinschaft, die Erhaltung des Kultur- und Naturerbes der Erde - zu sichern.

Ein Ausdruck von Russlands neuer Rolle bei den weltweiten Angelegenheiten ist seine aktive Integration in die internationalen Finanz- und Wirtschaftsstrukturen. Seit fünf Jahren ist die Russische Föderation Mitglied des Pariser und des Londoner Gläubigerklubs. Vor sechs Jahren trat es der Organisation der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftszusammenarbeit bei, heute bereitet es sich auf den Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) und zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor. Dazu trägt die Tatsache bei, dass Russland vor kurzem als marktwirtschaftliches Land anerkannt wurde.

Eine der wichtigsten außenpolitischen Prioritäten des neuen Russland sind seine Beziehungen zu den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

In dieser Richtung strebt die Russische Föderation danach, Lösungen zu finden, um einerseits größtmöglich die Interessen der souveränen Entwicklung eines jeden Landes der Gemeinschaft und andererseits den Willen der Völker der GUS-Länder zur Einigung sowie zur gemeinsamen Lösung der anstehenden Probleme zu berücksichtigen. Russland hat die Verantwortung für die friedliche Überwindung der Konflikte auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR nicht von sich gewiesen.

Auch die europäische Richtung ist ebenfalls ein wichtiger Bereich der russischen Außenpolitik. Die Russische Föderation beteiligt sich daran, auf dem Kontinent ein neues System von Beziehungen zu schaffen, was 1999 in der Europäischen Sicherheitscharta seinen Ausdruck fand. Die Russische Föderation ist ein aktives Mitglied der OSZE und der Schwarzmeer-Wirtschaftsgemeinschaft (BSEC). In Übereinstimmung mit dem Streben aller europäischen Staaten, ohne Trennlinien, blockbezogene Absonderung und Argwohn zu leben, ist Russland gegen die Osterweiterung der NATO. Zugleich damit haben der 1997 erfolgte Abschluss des Grundlagenvertrages zwischen dem Nordatlantikpakt und der Russischen Föderation und die auf dieser Basis zustande gekommene Bildung des Ständigen Rates Russland-NATO (heute "Zwanziger-Rat") die objektiven Grenzen der Verantwortung der Parteien für die Erhaltung stabiler internationaler Beziehungen festgelegt. Gerade ein solches Europa kann sich in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Gleichgewichtsfaktoren entwickeln.

Ein bedeutendes Potenzial haben die Beziehungen zu den USA. Hierbei wird das Ziel verfolgt, zu einer effektiven Lösung der aktuellen Probleme der Welt von heute, zur Festigung der strategischen Stabilität und globalen Sicherheit beizutragen. Die regelmäßigen politischen Kontakte, vor allem auf der Ebene der Präsidenten der Länder, stimulieren diesen Prozess.

Der Außenpolitik in der asiatischen Richtung schenkt Russland viel Beachtung. Seine Teilnahme an der 2001 gegründeten Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) dient dazu, das gegenseitige Vertrauen auf militärischem Gebiet und im Sicherheitsbereich zu festigen und die Zusammenarbeit in den Grenzgebieten sowie in Politik, Wirtschaft, Handel und Kultur auszubauen. Das hohe Niveau der bilateralen Beziehungen zu China, Indien, Japan und Vietnam sowie die Zusammenarbeit mit anderen Ländern wird dadurch untermauert, dass sich Russland in die Tätigkeit regionaler Organisationen und Foren (ASEAN, ASEAN Regional Forum - ARF) eingeschaltet hat, was die Lage unseres Landes als natürlicher Teilnehmer an der Zusammenarbeit in der Asiatisch-Pazifischen Region festigt.

Einen wichtigen Platz nehmen in der Außenpolitik der Russischen Föderation traditionell die Beziehungen zu den Ländern des Nahen Ostens ein. Zusammen mit den USA, der UNO und der Europäischen Union hat Russland 2003 die "Roadmap", einen Plan für die stufenweise Schlichtung des palästinensisch-israelischen Konfliktes, ausgearbeitet und der israelischen und der palästinensischen Führung vorgeschlagen. Russlands Position besteht darin, dass die zentrale Rolle bei der Überwindung der irakischen und der anderen Krisen dem UN-Sicherheitsratgehören muss. Russland leistet Afghanistan humanitäre Hilfe und beteiligt sich an humanitären Aktionen auf dem afrikanischen Kontinent.

Eine selbstständige Richtung in der Außenpolitik der Russischen Föderation ist Lateinamerika.

Obwohl der Anfang des 21. Jahrhunderts im Zeichen einer Verschärfung der internationalen Lage stand, sieht Russland seine Aufgabe vor allem darin, in den internationalen Angelegenheiten die positiven Ergebnisse des 20. Jahrhunderts zu verankern und auf dieser Grundlage in seiner inneren Entwicklung und auf der internationalen Bühne weitere Erfolge zu erzielen.

Heute unterhält Russland diplomatische Beziehungen zu 178 Ländern und hat 140 Botschaften, 12 Vertretungen bei internationalen Organisationen, 74 Generalkonsulate und 4 Konsulate im Ausland. Der Zentralapparat von Russlands Außenministerium zählt über 3 300 Mitarbeiter.

In Moskau bestehen 140 Botschaften anderer Länder, darunter eine Vertretung der Europäischen Kommission und eine Vertretung des Malteserordens.

Das Außenministerium der Russischen Föderation hat 36 Vertretungen auf dem Territorium der RF.

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