REDE UND ARTIKELS DES BOTSCHAFTERS
02.11.2007
Begrüßung des Gesandten der Russischen Föderation D. Ljubinskiy anlässlich der Versetzung des Mahnmals für die Widerstandskämpfer während der NS-Zeit am 1. November 2007 in der Gemeinde Zwentendorf.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, hier bei der Zeremonie der Versetzung des Mahnmals für die im Vernichtungslager Mauthausen ermordeten Widerstandskämpfer anwesend zu sein und Sie herzlich auch im Namen des Botschafters der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dr. Stanislaw Ossadtschij begrüßen zu dürfen.
Die Geschichte – ob sie uns gefällt oder nicht – darf man nicht vergessen, auch damit unsere und kommende Generationen keine tragischen Fehler der Vergangenheit wiederholen. Das heutige Ereignis – die Eröffnung des Gedenksteines auf dem neu erbauten Gemeindefriedhof – ist ein Beispiel eines behutsamen und würdevollen Umgangs mit der Geschichte und ich danke unsere österreichischen Freunde dafür. Wir wissen es hoch zu schätzen.
Wir sind stolz darauf, dass unsere Landesleute zur Befreiung Europas vom totalitären Hitlerregime entscheidend, gemeinsam mit den Alliierten und Kämpfern der Widerstandsbewegung beigetragen haben. Für die Befreiung Österreichs wurde enormer Preis gezahlt – mit dem Leben von über 86 Tausend Soldaten und Offiziere der Roten Armee, sowie sowjetischen Zwangsarbeiter. Jeder einzelne Kriegsgefallene erinnert uns an Leiden und Sterben von Millionen von Menschen. Allein in unserem Land sind in diesem grausamen Krieg mehr als 20 Millionen Menschen gefallen.
Ich kann nicht unerwähnt lassen, dass die ehemalige Sowjetunion einen bedeutsamen Beitrag zur politischen Nachkriegsgeschichte dieses Landes geleistet hat – und zwar bei der Wiederherstellung eines unabhängigen, demokratischen Österreichs. Der Staat, der nach seinem Anschluß 1938 von der politischen Weltkarte verschwunden war, gehört seit vielen Jahren zu den angesehenen politischen Vermittlern, ist ein wichtiges Zentrum internationaler Organisationen, des Dialogs der Religionen und der Zivilisationen.
In Russland werden die Achtung und Pflege zahlreicher sowjetischer Soldatengräber und Denkmäler aus dem Zweiten Weltkrieg seitens des österreichischen Volkes hoch geschätzt. Diese Tätigkeit zeugt nicht nur vom menschlichen Respekt vor den Kriegsgefallenen, sondern auch von der geistigen Bewältigung schwerer Seiten unserer gemeinsamen Geschichte. Das könnte als Beispiel für einige andere europäische Länder dienen, was manche Ereignisse auch heuer bedauerlicherweise bestätigen. Diese Arbeit ist auch für die Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens, für die Festigung der Freundschaft und der Zusammenarbeit zwischen Russland und Österreich von großer Bedeutung.
Ich danke Ihnen!
Quelle: Presseabteilung der Russischen Botschaft LETZTE REDE UND ARTIKELS DES BOTSCHAFTERS
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