OFFIZIELLE FEIERTAGE IN RUSSLAND
- 1, 2, 3, 4, 5 Jänner - Neujahrsferien;
- 7
Jänner - Weihnachtsfest;
- 23. Februar - Tag der
Verteidiger des Vaterlandes, früher der Tag der Sowjetarmee;
- 8. März - der
Internationale Frauentag;
- 1. Mai - Fest des Frühlings und der
Arbeit;
- 9. Mai - Tag des Sieges im Großen Vaterländischen
Krieg;
- 12. Juni - Tag Russlands;
- 4. November - Tag der
Volkseinheit.
Die FeiertageOffizielle und inoffizielle, alte und neue,
religiöse und weltliche, berufliche und Familienfeierlichkeiten sind im Leben der Einwohner
Russlands bizarr verflochten. Wir wollen nur die wichtigsten davon erwähnen. An erster Stelle -
sowohl der Reihenfolge als auch seiner Ausgelassenheit nach - liegt das Neujahrsfest. Im Unterschied zu
Santa Claus oder Pere Noel präsentiert sich der russische Väterchen Frost dem Volk nicht alleine,
sondern in Begleitung seiner Enkelin Snegurotschka (Schneeflöckchen) - eines schönen Mädchens in einem
weißen Pelzmantel. Natürlich warten alle darauf, dass dieses sympathische Paar Geschenke verteilt sowie
herzliche Glückwünsche und gute Nachrichten überbringt. Tannenbäume (Jolka) werden geschmückt, Tische
gedeckt, für die Kinder Jolka-Feirn und für Jugendliche Bälle und Unterhaltungsveranstaltungen
organisiert. Gefeiert wird vom Abend des 31. Dezember bis Ende des 2. Januar. Die hartnäckigsten
Liebhaber festlicher Tafeln wiederholen die gleiche Zeremonie in der Nacht zum 14. Januar - wenn der
Jahreswechsel nach dem Julianischen Kalender gefeiert wird, der in Russland bis 1918 gültig war. Dieser
Tag wird im Volksmund "altes Neujahr" genannt. In die Zeit von Ende Februar bis Anfang
März, eine Woche vor den Großen Fasten, fällt Masleniza - ein Fest, bei dem die kalte Jahreszeit
verabschiedet wird. Während der Feierlichkeiten werden Strohpuppen verbrannt, mit denen der Winter
symbolisiert wird, und Eierkuchen gebacken. Der 23. Februar ist der Tag der Verteidiger des
Vaterlandes, früher der Tag der Sowjetarmee. Das Volk betrachtet diesen Tag in erster Linie als ein Fest
der Männer, denen von den Frauen gratuliert wird, die ihnen Kraft und kämpferischen Geist
wünschen. Keine zwei Wochen darauf macht sich die Aufmerksamkeit der Frauen gegenüber den Männern
bezahlt. Am 8. März, am Internationalen Frauentag, überreichen die Männer ihren Müttern, Ehefrauen,
Kolleginnen und Freundinnen Geschenke und Blumen und bringen ihnen zu Ehren Trinksprüche aus. Der
1. Mai ist das Fest des Frühlings und der Arbeit. In der nicht allzu fernen
Vergangenheit war es der Tag der internationalen Solidarität der Werktätigen. Die Werktätigen von heute
gehen - gemäß ihrem sozialen und Vermögensstatus - zu den 1.-Mai-Demonstrationen mit unterschiedlichen
Losungen und unter unterschiedlichen Fahnen. Aber alle sind gleichermaßen lustig. Am 9.
Mai, dem Tag des Sieges, erinnert sich das Land an die Zerschlagung des faschistischen
Deutschland im Frühjahr 1945 und somit an einen der größten Militärtriumphe in seiner Geschichte.
Gedacht wird der vielen Millionen Mitbürger, die während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben lassen
mussten. Kriegsveteranen, deren Zahl leider jedes Jahr geringer wird, gehen mit ihren Orden und
Medaillen zu den Feierlichkeiten. An den Gräbern der Gefallenen werden Blumen niedergelegt. Der
12. Juni, der 4. November und 12. Dezember sind ganz
neue Feste: Der Tag Russlands, der anläßlich der Annahme der Deklaration über die staatliche
Souveränität der Russischen Föderation von 1991 proklamiert wurde, der Tag der Aussöhnung und des
Einvernehmens, der Befreuung Moskaus von polnischen Eroberern im Jahre 1612 gewidmet ist und der Tag der
im Jahr 1993 aufgenommenen russischen Verfassung. Der 7. November wird jetzt
nicht mehr nur als ein weiterer Jahrestag der sozialistischen Oktoberrevolution von 1917 begangen. Um zu
betonen, dass die einstige bewaffnete Rivalität zwischen den "Roten" und den "Weißen" im
gegenwärtigen demokratischen Russland nicht mehr aktuell ist, wird am 7. November auch der Tag der
Eintracht und Aussöhnung gefeiert. Aber konservative Menschen, zahlenmäßig noch viele, feiern dieses
Fest mit immer größerem Elan als den Tag des Triumphs der kommunistischen Ideen. Die Behörden genehmigen
Demonstrationen unter roten Fahnen, falls sie rechtzeitig angekündigt sind und ohne Verstöße gegen die
öffentliche Ordnung durchgeführt werden. Recht moderne Erscheinung ist das Feiern kirchlicher
Feste. In letzter Zeit werden kirchliche Feste in immer größerem Ausmaß gefeiert. Das sowjetische
Regime, das 75 Jahre lang das Land regierte, stempelte die Religion als "Opium für das Volk" ab und
unternahm nicht wenig Anstrengungen, damit die Menschen jene Ereignisse und Sitten vergessen, die mit
dem Namen Christi verbunden sind. Jetzt belebt sich das religiöse Leben wieder. Das Weihnachtsfest, das
die Russisch-orthodoxe Kirche am 7. Januar begeht, ist arbeitsfrei. Groß gefeiert werden das orthodoxe
und das katholische Osterfest. Auch die Moslems, Juden, Buddhisten und Angehörige anderer Konfessionen
feiern ihre traditionellen Feste nun ohne jene Furcht vor dem atheistischen Sowjetregime. Außerdem
gibt es Dutzende Berufs- und Gedenktage. Die nachstehende Auflistung dieser Tage wird dem aufmerksamen
Leser helfen, vieles im Leben des gegenwärtigen Russland zu verstehen: 12.
Januar -Tag der Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft (an diesem Tag gründete Zar Peter I. 1722
per Erlass die Staatsanwaltschaft als Organ des Staatsmacht). 13. Januar - Tag
der russischen Presse (gefeiert wird der Jahrestag des Erscheinens der ersten gedruckten russischen
Zeitung im Jahr 1703). 21. Januar - Tag der Pioniertruppen. 25.
Januar - Tatjana-Tag (traditionelles Studenten-Fest). Der erste
April-Sonntag - Tag des Geologen. Der zweite April-Sonntag - Tag der
Truppen der Luftverteidigung. Der dritte April-Sonntag - Tag der Wissenschaft. 2.
April - Tag der Einheit der Völker. Proklamiert im Jahre 1996 anlässlich der Unterzeichnung
eines Vertrages über die Gründung der Staatengemeinschaft (und künftig eines Unionsstaates) Russlands
und Weißrusslands. 12. April - Tag der Raumfahrt. Gefeiert wird der Jahrestag des
Raumfluges von Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall, im Jahr 1961. 17.
April - Tag der Mitarbeiter der Feuerwehr. 26. April - Gedenktag für die
Todesopfer von Strahlenkatastrophen. Der Tag wird anläßlich der Explosion eines Reaktors im
Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986 begangen. 7. Mai - Tag des Radios
(anläßlich der Vorführung des ersten Radioempfängers durch den russischen Gelehrten Alexander Popow im
Jahr 1895). 18. Mai - Museumstag. 21. Mai - Tag des
Schutzes vor Arbeitslosigkeit. 24. Mai - Tag des slawischen Schrifttums und der
slawischen Kultur (nach dem Kirchen-Kalender: Tag der apostelgleichen Heiligen Kyrillos und Methodios,
Erfinder der slawischen Schrift). 27. Mai - landesweiter
Bibliothekstag. 28. Mai - Tag der Grenzer. Der letzte
Mai-Sonntag - Tag der Chemiker. 1. Juni - Kindertag. Der
erste Juni-Sonntag - Tag der Ökologen. Der zweite Juni-Sonntag - Tag der
Mitarbeiter der Leichtindustrie. Der dritte Juni-Sonntag - Tag der medizinischen
Mitarbeiter. Der letzte Juni-Samstag - Tag der Erfinder und
Rationalisierer. 6. Juni - Puschkin-Tag (Geburtstag des großen russischen
Dichters Alexander Puschkin im Jahr 1799). 22. Juni - Gedenk- und Trauertag -
Jahrestag des Überfalls des Hitler-Deutschland auf die Sowjetunion im Jahr 1941. 27.
Juni -Tag der Jugend. Der erste Juli-Sonntag - Tag der Mitarbeiter der
See- und der Binnenflotte. Der zweite Juli-Sonntag - Tag der Russischen
Post. Der dritte Juli-Sonntag - Tag der Hüttenwerker. Der letzte
Juli-Sonntag - Tag der Kriegsmarine. 2. August - Tag der
Luftlandetruppen. Der erste August-Sonntag - Tag der
Eisenbahner. Der zweite August-Sonntag - Tag der Bauarbeiter. Der
dritte August-Sonntag - Tag der Luftflotte. Der letzte August-Sonntag -
Tag der Bergarbeiter. 22. August - Tag der Staatsflagge der Russischen
Föderation, verkündet anlässlich der Wiedereinführung der nationalen russischen Trikolore im Jahr
1991. 27. August - Tag des Kinos. 1. September - Tag des
Wissens, Beginn eines neuen Schul- und Hochschuljahres. Der erste
September-Sonntag - Tag der Mitarbeiter der Erdöl- und Erdgasindustrie. Der
zweite September-Sonntag - Tag der Panzersoldaten. Der dritte September-Sonntag - Tag der
Mitarbeiter der Forstwirtschaft. Der letzte September-Sonntag - Tag der
Maschinenbauer. I. Oktober - Internationaler Tag älterer
Leute. 4. Oktober - Tag der Weltraumkräfte. An diesem Tag wurde im Jahr 1957 in
der Sowjetunion der erste künstliche Erdsatellit gestartet. Der erste
Oktober-Sonntag - Tag der Lehrer. Der letzte Oktober-Sonntag - Tag der
Mitarbeiter des Kfz-Transports und der Straßenwirtschaft. 25. Oktober - Tag der
Zollbeamten. 30. Oktober - Gedenktag für die Opfer politischer Repressalien, zum
Andenken an einen an diesem Tag im Jahr 1974 begonnenen Hungerstreik von Sträflingen in Lagern
Mordowiens. Der dritte November-Sonntag - Tag der Mitarbeiter der
Landwirtschaft. 10. November - Tag der Miliz, die im Jahr 1918 gegründet
wurde. 27. November - Muttertag. 11. Dezember - Gedenktag
für Journalisten, die bei der Ausübung beruflicher Pflichten ums Leben gekommen sind. Der
dritte Dezember-Sonntag - Tag der Energie-Arbeiter. 17. Dezember - Tag
der strategischen Raketentruppen. 20. Dezember - Tag der Mitarbeiter der
Sicherheitskräfte. 27. Dezember - Tag der Mitarbeiter des Zivilschutzes. Es
sollten noch der Tag der Verliebten (Valentinstag, 14. Februar) und der Tag des Humors
oder der Tag der Dummen (1. April) erwähnt werden. Diese Feste haben keine historischen
oder beruflichen Wurzeln, werden trotzdem ausgiebig und lustig gefeiert. Zeitungen beliebiger
politischer Schattierung veröffentlichen am 1. April immer irgendeine sensationelle Neuigkeit, die nur
ein sehr glaubwürdiger Mensch glauben kann. Aber dann wird auf jeden Fall darüber lachen.
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